Freitag, 14. Mai 2004 • Nr. 113         (Regionale Rundschau/Weser-Kurier)
Holger Opitz, Wilfried Springer von der Gemeinde Weyhe und Rolf Kasper werben dafür, das Fahrrad als optimales Verkehrsmittel für kurze Wege stärker zu nutzen. Foto: Justus Randt

Kampagne will in den Drahtesel-Sattel locken

Lokale Agenda, ADFC und die Gemeinde Weyhe werben fürs Umsteigen bei Kurzstrecken / Logo gesucht

Von unserem Redakteur
Justus Randt

Weyhe. Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen die Gemeinde, die lokale Agenda 21 und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) die Weyherinnen und Weyher in den Sattel lotsen: „Bleib fit - fahr mit! Mit dem Rad für eine l(i)ebenswerte Gemeinde", steht als sperriger Titel über der Aktion. Ein pfiffiges Logo, für das noch Ideen gesucht werden, soll der Einsicht Vorschub leisten, dass Pedal betriebene Zweiräder viele Vorteile bieten.

Einen Flyer, der viel Wissenswertes enthält, gibt es bereits. Darin haben Holger Opitz von der lokalen Agenda und Rolf Kasper (ADFC), angelehnt an einen Modellversuch in Detmold, einige wichtige Daten zusammen gestellt: Beispielsweise, dass vom Kirchweyher Bahnhof aus kein Weyher Weg länger als fünf Kilometer ist, die „auch ein ungeübter Radfahrer in wenigen Minuten" bewältigen könne. „Für die meisten Haushalte liegen die Weyher Geschäftszentren in einer Entfernung von höchstens drei Kilometern." Und, um möglichen Zweifeln vorzubauen, bleibt auch nicht unerwähnt, dass sich „mit zwei guten Fahrradtaschen" 20 Kilogramm auf einmal transportieren ließen. „Das ist der Wocheneinkauf für einen Zwei-Personen-Haushalt."

Hintergrund der Kampagne ist die im aktuellen Verkehrsentwicklungsplan fest geschriebene Erkenntnis, „dass der Radverkehrsanteil in Weyhe 1999 nur noch 80 Prozent der Quote von 1982 beträgt". Nun soll dem Drahtesel statistisch wieder aufgeholfen werden. „Wir wollen wir die Freude am Radfahren und den Gesundheitsaspekt unterstreichen, ohne auf Autos zu schimpfen", sagt Opitz. Er geht davon aus, dass „die Bevölkerung den Autoverkehr als Belastung empfindet - wenn der Nachbar fährt".

Mit möglichst wenig Geld sollen Aktionen zum Umsteigen verlocken, dabei denken die Pro-Radler an kleine Wettbewerbe, an die Vorstellung Prominenter, die mit dem Rad unterwegs sind. „Das Rathaus setzt beispielhaft Akzente", meint Kasper mit blick auf die zwei vor Jahren angeschafften Diensträder der Verwaltung. Die gute Infrastruktur der Gemeinde allein reicht nicht aus, jemanden zum Umsatteln zu bewegen, wissen Kasper und Opitz. Deshalb wollen sie die Werbetrommel rühren.

• Wer Vorschläge für ein Logo hat, kann sich per E-mail ( oder telefonisch bei Holger Opitz melden: 04203/810238.