Donnerstag, 9. September 2004 • Nr. 113           (Regionale Rundschau/Weser-Kurier)

Begeisterung über den Brückenschlag zwischen Weyhe und Stuhr: Cord Bockhop, Rolf Kasper, Reinhard Osterloh (vorn von links) und ADFC-Mitglieder gaben gestern die Eichenholzbrücke über den Rodendammgraben in der Brinkumer Marsch für Radler frei.         Foto: Ulrike Troue

Brücke frei für den kleinen Grenzverkehr

Neue Abkürzung: Radweg über Rodendammgraben

Von unserer Redakteurin
Ulrike Troue

Stuhr-Weyhe. Ursula und Wilhelm Kappert hatten gestern den siebten Sinn. "Das ist ja super! Da haben wir zehn Jahre lang drauf gewartet", entfuhr es dem Kirchweyher Ehepaar, das zufällig zur offiziellen Freigabe der Holzbrücke über den Rodendammgraben dazustieß.

So zählten die zwei Radler zu den ersten, die diese neue Direktverbindung zwischen Stuhr und Weyhe befahren durften. Für Kapperts war’s gestern gleich eine willkommene Abkürzung zum Roland-Center.

Die Bürgermeister der Nachbargemeinden sprechen der Holzbrücke, die Begegnungsverkehr von zwei Rädern zulässt, aber für Autos zu schmal ist, gar Symbolcharakter zu. Das Bauwerk dokumentiere die gute Kooperation der Kommunen, sagte Reinhard Osterloh. Es sei ferner Lückenschluss im Rad-Ringroutenverkehr (Grüner Ring, Grafentour).

Sein Stuhrer Bürgermeisterkollege Cord Bockhop sah in dem "Brückenschlag" eine gute Grundlage für Bürger und Räte für weitere Ansätze zur Zusammenarbeit. Ein Vorteil für beide Gemeinden liegt zudem in der Finanzierung. An der Gemeinde Stuhr bleiben von den 31.700 Euro Gesamtkosten für die Sanierung des Wirtschaftsweges "Wiesendamm" über

500 Meter Länge und den Kostenanteil an der Holzbrücke nur 18.200 Euro hängen.

Für die Maßnahme gibt es 16.000 Euro aus dem Fördertopf "Pro Land". Die Weyher Kasse wäre um 41.000 Euro geschmälert worden, hätte die Kommune den Neubau des drei Meter breiten Weges bis zum Rodendammgraben und den Brückenbau aus eigener Tasche zahlen müssen. Doch Weyhe schöpft ebenfalls Landesmittel ab: 15.000 Euro aus dem Programm zur Entwicklung typischer Landschaften und der ländlichen Räume (ETLR).

Rolf Kasper, der Vorsitzende des Diepholzer Kreisverbandes des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), rückte indes nach zehnjährigen zähen Verhandlungen den praktischen Nutzen der Brücke ins Blickfeld. Bereits seinerzeit seien an der Nord-Süd-Achse (Richtung Bremen) 500 Radler gezählt worden. "Das Fahrrad wird zunehmend für kurze Alltagsrouten und Berufspendler genutzt", betonte der Weyher.

Er drückte den Bürgermeistern gleich eine "Radwelt" in die Hand und appellierte an sie, dass die Politik den Radverkehr stärker fördern sollte. Konkretes Beispiel: Die Verbindung über die alte B 6 / Ochtumdeich nach Bremen. Wären die Unterhaltungskosten nicht, entgegnete Bürgermeister Bockhop, würde es längst mehr Radwege geben.