(Fortsetzung)
Daugavpils, das ehemalige Dünaburg, ist die zweitgrößte Stadt Lettlands und liegt beiderseitig der Daugava (Düna). Wenn man zuvor in Vilnius war, sucht man hier vergebens nach herausragenden Sehenswürdigkeiten, die Stadt wirkt trotz ihrer modernen Konsumzentren eher trist und grau.
Sehenswertsind allerdings die russisch-orthodoxe Boris und Gleba-Kirche mit ihren märchenhaften Zwiebeltürmen.
Die Pompöse Festung am Stadtrand, von den Nazis zuletzt als Militärlager
benutzt, lohnt trotz ihrer eindrucksvollen Größe nicht unbedingt
einen Besuch.
Die majestätisch dahinfließende Daugava lädt zum Radeln an ihrer Westseite ein, wegen einer Reihe von schlechten Wegstrecken (Schotterpisten) wurde dieser Abschnitt bis in das 150km entfernte Aizkraukle mit der Bahn überbrückt. Obwohl von Insidern eher von einer Bahnfahrt mit Fahrrädern abgeraten wurde, war der Radtransport völlig problemlos und das Bahnpersonal ausgesprochen freundlich.
Aizkraukle bietet außer dem riesigen Stausee mit der gewaltigen Wasserkraftwerk nichts besonderes. Es ist eher Durchgangsstation und Einstiegsmöglichkeit in die reizvolle Route westlich entlang der mächtigen Daugava. Um auf möglichst verkehrsarmen Strecken nach Riga zu kommen, empfiehlt es sich bei Kegums den Strom zu überqueren und östlich dem Verlauf des idyllischen Flüsschens Ogre zu folgen und so weiter die Hauptstadt anzusteuern. Der recht ansprechende Erholungsort Ogre eignet sich dabei gut für eine Zwischenpause, das offenbar einzige Hotel ist aber nicht gerade empfehlenswert.
Auf der Weiterfahrt nach Riga sollte man einen Abstecher zur beeindruckenden KZ-Gedenkstätte bei Salaspils einlegen, über 100.000 Menschen erlitten hier einen furchtbaren Tod, selbst vor Hinrichtung von 7.000 Kindern schreckte man nicht zurück.
- [1] - [2]
- [3] - [4]
- [5] - ![]()
Über Ulbroka bietet sich, östlich der Bahnlinie
nach Riga, eine verhältnismäßig ruhige Strecke in die Lettische
Hauptstadt an. Irgendwann landet man auf der Zentrumsachse Brivibas Iela
(Straße), die dann Richtung Westen direkt, an der Siegessäule
vorbei, in die zauberhafte Altstadt von Riga führt.
Riga ist nicht nur Partnerstadt von Bremen, sie hat auch vieles mit ihr gemein. Eine traditionsreiche Hansestadt am Fluss mit Marktplatz und einladenden Restaurants, prächtigen Bürger- und Gildehäusern umgeben von gepflegten Wallanlagen wo mittendrin der prächtige Dom, mit den Bremer Stadtmusikanten (Geschenk aus Bremen) an der Seite, alles überragt. Natürlich gibt es auch den Roland und viele anheimelnde Gassen, die an den Schnoor erinnern. Eine äußerst lebendige und weltoffene Stadt mit Flair, in der man sich als Bremer fast wie zu Hause fühlt.
Nicht nur das sich in Riga der größte Sakralbau des Baltikums erhebt, die bunte Vielfalt der Stilarten und großzügigen Kaufmanns- und Handwerkerhäuser lässt erahnen, wie wohlhabend diese Stadt einmal war....
Aber auch Rigas Umgebung hat einiges zu bieten, beispielsweise das hübsche Seebad Jurmala an der Rigaer Bucht. Für die fünf Radler eine willkommene Gelegenheit zum Anbaden bei aber noch verdammt frischen Wassertemperaturen. Übrigens, ein herrlicher Radweg dorthin lädt zum wahren Genussradeln ein.
Allein für Riga und Vilnius sollte man mindestens zwei volle Tage einplanen und überhaupt, das Baltikum ist mehr als nur eine Reise wert.
FOTOS: Rainer Luitjens und Willi Dekarz
Zum Schluss noch mal das ganze Radelteam, welches, obwohl bunt zusammengewürfelt, prima miteinander ausgekommen ist und ohne Pannen und Blessuren eine tolle Radreise erlebt hat.
Hochwertige Reiseräder sind für solche Reisen allerdings Voraussetzung, trotzdem sollte man einige wichtige Ersatzteile an "Bord" haben. An dieser Stelle auch Dank an Heiner Schweers Zweiräder für die Unterstützung.
Viele Dank
Rolf
Beim Start (Kiel)
Am Ziel (Riga)
- [1] - [2]
- [3] - [4]
- [5] - ![]()